die schönheit der liebe vergossen
das mischen der farben verflossen
der zug in entgegene leben
der moment dazwischen, das schweben
gott ist der raum zwischen uns beiden
liebe ist die pure form von leiden.
Kategorie: Gedichte
-
liebe
-
leiser
wenn du denkst, dass das lied leiser wird, aber es nicht leiser wird und
du bangend noch eine halbe minute weiterlauschst,
anstatt die letzten züge der schönheit zu begreifen
und es dann tatsächlich leiser wird, verschwindet,
dann ist das genau die angst, die ich meine,
wenn ich frage
war es
das? -
vorstellung
so gern wär ich dein
so gern wärst du mein
in meinem kopf
doch in deinem kopf
ein gehirn -
Tarantinische Kinematographie
Quentin Tarantinos Werke,
wenn ich das mal so bemerke,
lassen sich leicht runterbrechen:
Blut, Gewalt und viel Verbrechen,
starke Männer, Frauen, süße
Füße, Füße, Füße, Füße. -
alles ist zerbrochen
alles ist zerbrochen
heute nacht
keine gardine wie sie vorher hing
alles ist zerstochen
das licht brennt schemen durch die löcher
blendet meine trübe sicht
alles ist zerfallen
heute nacht
die zukunft düstert mir grummelnd entgegen
ich hoffe sie beruhigt sich ein wenig
kühlt ab oder erwärmt sich
erscheint ein wenig freundlicher
stopft einst auf eine ihrer weisen die alten gardinen
und lässt mich aufatmen
alles ist in ordnung -
Vergänglichkeit
»Meiner lieben Enkelin
geb ich dieses Büchlein hin,
dass es voller Lust und Freude
keinen Platz im Schrank vergeude
und ich keine Reue büße,
dir nur deinen Tag versüße.«Als ich diese Inschrift las,
schwelgend in der Landschaft saß,
fiel mir wieder einmal ein:
Ich möcht nicht gern vergessen sein.
Drum schreibe ich in jedes Buch
Verse, ja mal schlecht, mal gut
und weiß, dass wenn ich heiter leb
in diesen Versen weiterleb. -
Eldorawo?
zum Film »Aguirre, der Zorn Gottes« von Werner Herzog
Nun auf ins frohe Ländlein
voll Schatz und voller Gold!
Wir setzen das in Brändlein,
was früher war uns hold.Ein König will ich werden,
ein Kaiser, nein ein Gott.
Ich werd die Macht auf Erden,
wie fein, ja ach so flott.Es zieht mich tief ins Innre,
Kein Dschungel hält mich auf;
kein Herr der es verschlimmre,
das Schicksal nimmt seinen Lauf.Ich kröne einen Kaiser
und baue uns ein Floß,
ich bin ja ach ein Weiser
und noch dazu so groß!Ja denkst du nur ans Meutern,
so sei dir stets im Klaren:
der Herr er wird dich läutern,
die Wahrheit offenbaren.So langsam wird es bitter,
das Essen wird mir knapp.
Das Pferd ist ohne Ritter
und ich bin ohne Knapp.Der Kaiser ist jetzt auch tot,
lang lebe wohl nur ich,
im Baum da hängt ja ein Boot!
Das Meer erwartet mich!Das Feuer ich nur schüre,
mich selbst nur du ausrottest,
ich nenne mich Aguirre
und sterbe im Zorn Gottes. -
Einige und andre
Einige spielen und das klingt dann gut.
Studieren Musik und haben den Mut,
Neues zu wagen und Altes zu pflegen.
Oh diese Menschen, sie sind uns ein Segen.
Andre hingegen find ich ja sehr schlimm.
Sie foltern Musik und ihr Publikum.
Zum tausendsten Mal Mozarts Türkischer Marsch,
Dieser Mann ist und bleibt ein gigantischer Arsch.
Einige leben dabei fast in Armut,
Fernab von Villen und Luxus und riesiger Geldflut.
Nur plagt sie wahrscheinlich auch nicht das Gewissen,
Auf die Musik und jeglichen künstlerischen Anspruch zu pissen.
Andre verdienen sich ne goldene Nase.
Ich hoffe das ganze ist nur eine Phase.
Das ist doch alles echt nicht wahr.
50 Millionen in nur einem Jahr.
Einige sind Musiker
Andre Rieu. -
Insektische Diskriminierung
Ich hörte letztens zwei Heuschrecken
sich über die Lage beklagen.
Der Unmut war groß,
das Zirpen sehr laut,
es lag wohl sehr vieles im Argen.
Ich fragte den Entomologen,
ob er denn die beiden verstand.
Er war sehr beschämt,
er gabs ungern zu,
sprachlich war er nicht sehr gewandt.
Ich ging durch den Park
und begriff dann sehr schnell:
die Tiere wurden ihrer Freiheit beraubt!
Auf einem Schild, da stand es geschrieben:
Grillen nur auf ausgewiesenen Flächen erlaubt. -
Gedanken einer Biene zu Herbstbeginn
Keine Energie für Enthusiasmus
Zu müde für Gefühle
Würd mich gerne freuen
Würde gerne leben
Nicht mehr bereuen
So sehr geschafft
Aber so wenig geschafft
Bin doch eine von vielen
Trug Nektar von Blüte zu Blüte und schließlich nach Haus
Das war noch ein Leben in Saus und Braus.
Dies wahre Leben liegt hinter mir,
So lieg ich grad hier
Und erfrier.
Es ist keine Freude
Hab auch keine Freunde
Nur zufällig mit mir Assoziierte
Schwestern der gleichen Mutter
Aber entfernter als ein arktischer Kutter
Kennen sie doch alle mein wahres Ich nich
Nun macht Mutter Natur mich nichtig.
Würd gern einmal fliegen
Die Schwerkraft besiegen
Den Mond anpeilen
Und nach einigen Meilen
Ohne Verdruß
Hinunterfallen wie Icarus
Doch lieg ich gerade in Matsch und in Sand
Kann kaum bewegen auch nur eine Hand
Ich fühle mich wie das letzte Schwein
Ich glaub ich geb auf
Und gehe ein
