








Nach Lesen des Essays »In Plato’s Cave« aus Susan Sontags »On Photography« kommt mir das Photographieren so falsch vor, eine solche Übergriffigkeit, die Welt, also die Natur, Menschen und Tiere, in ihrem momentanen Zustand festzuhalten und auf ewig in diese Position zu zwingen. Aneignung nennt Sontag es sehr passend.
Solch eine Unbeholfenheit und Distanzierung, mit der wir als Touristen der Welt nicht direkt gegenüberstehen können, sondern die Kamera zücken und uns schützend in die voyeuristische Rolle begeben.
Die Welt als Reihe an Photos, die gemacht werden wollen.
Klar, es ist auch die Angst vor dem Vergessen, vor der Unverfügbarkeit der Welt, aber das Photo als Beweis des Urlaubs, der eigenen Erfahrung, ist solch eine Krücke, so eine Schande. Erzählungen, Zeichnungen, Berichte; »Aufzeichnungen« im eigentlichen Sinne sind doch der Weg! Die Erfahrung als Fahrung auf der Straße der Welt und des eigenen Ichs.
Keine Photos.
